22.02.2022

Leading Role – „Karriere-Trophäe“ oder „Berufung“?

Wie war das damals, als Sie in Ihre aktuelle Leading Role kamen?

War Ihre Entscheidung, Führungs- und Personalverantwortung zu übernehmen, schlicht der nächste Meilenstein in Ihrer beruflichen Laufbahn, um die Karriereleiter hochzuklettern? Ein notwendiger Schritt, um wirklich „zählbar“ weiterzukommen? Oder war das Reizvolle das Image rund um diese Position? Ganz nach dem (legitimen) Motto: „Meine Verantwortung, meine Wirkung, meine Karriere, mein Gehalt – jetzt habe ich es geschafft“.

Vielleicht wollten Sie aber auch einem Führungs-Vorbild nacheifern: einer starken Führungspersönlichkeit, die Sie beeindruckt hat, die Sie bewunderten? Oder waren Sie eher einfach nur der Meinung: Ich kann das auch bzw. besser als meine damaligen Führungskräfte?

Vielleicht wurde auch einfach nur eine Führungsposition frei, möglicherweise überraschend, und Sie wurden gebeten, hineinzuspringen: „Einer muss es ja tun… der Beste soll’s machen…“?

Oder es war eine sehr reflektierte, bewusste, eigene Entscheidung für eine Leading Role, nach längerem Nachdenken und Abwägen? Weil Sie z.B. gemeinsam etwas voranbringen und dabei eine aktive Rolle spielen wollen? Weil Sie Lust am Koordinieren und Delegieren haben? Weil Sie entscheidungsstark sind und in der Lage sind, die Meinung anderer zuzulassen, aber sich auch durchsetzen können? Weil Sie gut Konflikte austragen und beheben können? Auch in stressigen Situationen den Überblick behalten, Lösungen finden, etc.

Wenn Sie sich einmal zurück erinnern - was war Ihr spezifischer Aspekt, damals?

Nicht jeder ist der geborene Leader. Und auch nicht jeder ist wirklich bereit für eine Leading Role.

Wir sind der Meinung, dass sich alle Führenden sehr klar darüber sein sollten, was sie antreibt in ihrer Führungsrolle. Und sich auch bewusst für ihre Rolle als Leader entscheiden sollten: Also für das alles, was die Rolle mit sich bringen wird, an angenehmen, aber auch unangenehmen Herausforderungen.
Denn genau das hat unmittelbaren Einfluss darauf, wie gut es - vor allem langfristig - in ihrer Leading Role klappen wird. Das betrifft naturgemäß das Team an Mitarbeitern und sie selbst als Führungsperson.
 
Dass ein heroischer, autokratischer Führungsstil, in dem der Leader die einzig relevante Autorität ist und seine Mitarbeiter mit Anweisungen und Ansagen dirigiert, nicht mehr ganz der heutigen Zeit und den Ansprüchen der heutigen Mitarbeiter genügt, sollte unstrittig sein.
Für Führungskräfte, die primär ihre Rolle deshalb schätzen, weil sie einen positiven Effekt auf ihren persönlichen Status und Einfluss hat, mag das allerdings eher schmerzhaft sein: Mit dieser Führungsmotivation fällt es schwer, sich zu einem modernen Typus Führungskraft, z.B. einem „unterstützenden Leader“ zu verändern.

Zum Glück gilt jedoch: Ein guter „Servant Leader“ ist sogar einflussreicher und erfährt einen höheren Status – dazu muss man also weder „harter Boss“, „Patriarch“ oder anderweitig „heldenhaft“ sein.
 
Bei der nachwachsenden Führungsgeneration erleben wir oft eine andere Dynamik: Dieser Generation sind Verbundenheit und positive Beziehung zu Mitarbeitern wichtig und sie gestalten ihre Führungsarbeit sehr wertschätzend und menschlich angenehm. Dagegen ist wenig einzuwenden, im Gegenteil: Das ist wirklich einer der Hebel für Vertrauen, Zufriedenheit und Produktivität im Team.
Nun gibt es jedoch im Führungsleben nicht nur angenehme Situationen oder Konstellationen: Manche Entscheidungen im Sinne des Unternehmens sind unangenehm, haben Auswirkungen für Mitarbeiter.
Wer sich erst jetzt seiner Leading Role bewusst wird, und „es damals eben übernommen hat,  weil kein anderer da war“, oder Führungskraft wurde, um „eine Stufe voran zu kommen“, der findet sich doch öfter als gedacht in einem inneren Konflikt wieder: Pest oder Cholera – Entscheiden für das Unternehmen? Für die Mitarbeiter? Für die Harmonie bzw. meinen Seelenfrieden?

In diesen Situationen zeigt sich, ob man mit seiner Leading Role sozusagen „fine“ ist. Denn mit einer passenden und authentischen Führungshaltung lassen sich solche unvermeidlichen Dilemmata lösen. Und ja, oft hilft es natürlich dabei, dafür wirksame Methoden und Verhaltensweisen kennengelernt und eingeübt zu haben. Und bei diesen Herausforderungen helfen wir Ihnen selbstverständlich gerne…
 
Was ist unsere Absicht hinter diesen Aspekten?
Wir wollen Sie zur Reflexion anregen!
Wie sieht es z.B. in Ihrem Unternehmen aus? Sind Ihre Führungskräfte – oder auch Sie selbst – bewusst die Leading Role eingegangen – und sind sie zufrieden damit? Wie zufrieden sind Sie?

Oder, wenn es da etwas zu bemängeln gäbe – was wäre das? Und was bräuchte es, damit Ihre Führungskräfte die Ihnen bekannten, typischen „Jammersituationen“ lösen könnten?

  • Mehr Respekt und Vertrauen seitens der Mitarbeiter?
  • Mehr Authentizität, mehr Selbstbewusstsein, mehr Initiative und Mut?
  • Mehr Zielfokussierung, Prioritäten, Delegation, Organisation, Transparenz?
  • Mehr Entscheidungsstärke und Durchsetzungsvermögen?
  • Mehr Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Menschenkenntnis?
  • Mehr Eigeninitiative und Eigenverantwortung – sowohl von Mitarbeitern als auch der Führung?

Zeit für eine Reflexion zu diesem Aspekt ist gut investiert und vielleicht schon der erste Schritt für einen strategischen und zielfokussierten Entwicklungsprozess mit Ihren Leadern...

In diesem Fall sind Sie bei uns und unserer Expertise gut aufgehoben.
Wir beraten Sie, wie die beste Vorgehensweise in Ihrem Fall aussehen kann, wer "dabei" sein muss, wer dabei sein sollte und wer nicht. Welche Inhalte für Ihre Situation wie priorisiert und eingesetzt werden sollten. Wo die Entwicklungspotentiale liegen und in welche Richtung Sie steuern können. Wenn alles klar ist, gehen wir mit Ihnen gemeinsam die Schritte, um Führungshaltung und Führungsverhalten Ihrer Führungsmannschaft noch besser zu machen – so wie es passend und nötig ist, je nach Unternehmen, Situation und Person.

Dabei verwenden wir unterschiedliche Formate und stimmen alles eng auf den vorliegenden Arbeitskontext ab, verknüpfen alles miteinander und erreichen so das maximalige Verständnis jedes Einzelnen.

Haben Sie wichtige Fragen zu diesem Blog? Kommen Sie gerne auf uns zu! Melden Sie sich unter
+49 8636 986040 oder schicken Sie uns eine E-Mail unter office@freudenstein-leadership.de.

Wir beantworten Ihre konkreten Fragen und unterstützen Sie individuell.
Es besteht auch die Möglichkeit, einen kostenfreien Beratungstermin zu vereinbaren, in dem wir analysieren, wie wir Sie am besten unterstützen können.

Seien Sie herzlich gegrüßt, 
Gabriele Ella und Bernhard Freudenstein

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