Sie wünschen sich Ehrlichkeit im Unternehmen? Offene Kommunikation bei Ihren Führungskräften und Teams?
Dann lohnt sich die zentrale Frage:
Wie sicher ist es in Ihrem Unternehmen, ehrlich zu sein?
Unser Beispiel aus einem unserer Führungsseminare „Teamdynamik & Zusammenarbeit steuern“
Auf die Frage an die Seminarteilnehmer „Wann haben Sie in Ihrem Team zuletzt erlebt, dass jemand offen einen Fehler angesprochen hat – und was ist danach passiert?“ entsteht eine Pause.
Nach kurzem Blick in die Runde meint ein Teilnehmer: „Also bei uns läuft das eigentlich ganz gut. Fehler werden eigentlich bzw. irgendwie schon angesprochen...“
Diese Aussage ist für uns sehr spannend! Denn, was genau wird angesprochen? In welchem Rahmen? Wie wird reagiert?
Auf unsere Nachfragen kommen sehr vage Aussagen, wie „Na ja, man redet halt darüber, vertraulich, im 4-Augen Gespräch. Keiner soll bloßgestellt werden – und Fehler passieren eben.“
Daraufhin gehen wir in eine konkrete Reflexion.
Jeder Teilnehmer soll anonym auf Karten notieren: Was wird in Deinem Team eher nicht offen ausgesprochen?
Auf den Karten tauchen Sätze auf wie:
„Kritik an Entscheidungen der Bereichsleitung“,
„Zweifel an der strategischen Richtung“,
„Überlastung einzelner Mitarbeitender“,
„Fehlverhalten von Teammitgliedern“,
„Konflikte zwischen zwei Führungskräften“.
Ups, die Teilnehmer sind erstaunt. Ein Teilnehmer meint: „Das würde bei uns niemand so laut sagen. Schon gar nicht in einer Runde.“
Und weiter: „Ich merke, dass ich meist sehr genau überlege, was ich in Teamrunden oder anderen Meetings sage. Nicht, weil ich nichts denke, sondern weil ich nicht weiß, wie das aufgenommen wird.“
Ein anderer ergänzt nach kurzem Zögern: „Ich glaube, wir sind alle sehr professionell darin, uns so auszudrücken, um nicht angreifbar zu sein. Aber nicht darin, ehrlich zu sein.“
Und genau hier wird fehlende psychologische Sicherheit sichtbar.
Wir sehen, die Menschen sind reflektiert, sie sind engagiert. Aber sie regulieren und bremsen sich permanent selbst. Nicht aus Bosheit. Nicht aus Desinteresse. Sondern aus Selbstschutz!
Für unseren Kunden wird deshalb folgendes sichtbar:
- Feedback wird formuliert, aber so weich, dass es nichts verändert.
- Führungskräfte wollen Offenheit, senden aber unbewusst Signale von Bewertung.
- Status, Erfahrung und Hierarchie sind ständig „mit im Raum“ – und eher bedrohlich.
- Fragen werden gestellt – aber eher, um eigene Kompetenz zu zeigen, als um wirklich zu lernen.
Psychologische Sicherheit lässt sich nicht anordnen oder wünschen. Sie entsteht nicht durch Appelle, wie "Ich will einen ehrlichen Austausch", sondern durch tägliches Führungsverhalten. Und genau dieses Verhalten ist oft der blinde Fleck.
Impulse durch eine Leadership-Beratung sind deshalb so notwendig, weil,
- Führungskräfte ihre eigene Wirkung verstehen müssen,
- alte Schutzmuster sichtbar werden,
- neue innere Sicherheit entstehen muss, bevor äußere Offenheit möglich wird.
Psychologische Sicherheit kein Tool, sondern eine Haltung!
Uns interessiert: Wird Ehrlichkeit bei Ihnen gefördert oder ist sie unbewusst risikobehaftet?

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Seien Sie herzlich gegrüßt,
Gabriele Ella und Bernhard Freudenstein
