10.08.2018

Echtes Team oder doch nur Pseudo-Team?

Kennen Sie eigentlich „Pseudo-Teams“?

Ein Pseudo-Team ist – unschwer zu erraten – eine Gruppe von Menschen, die sich in der Illusion wähnen, ein Team zu sein. 

Pseudo-Team Variante 1
Das sind z.B. Projektteams, Arbeitsteams oder Organisationseinheiten, in denen intern eher Konkurrenzdenken und individualistische oder egoistische Herangehensweisen vorherrschen. Inklusive aller möglichen zwischenmenschlichen Konfliktsituationen. Je nach Persönlichkeit der Teammitglieder wird es immer wieder ungemütlich: verbale Scharmützel werden geführt. Oder das „Team“ hat sich längst schon in verfeindete Lager gespalten, die sich mehr oder weniger verdeckt gegenseitig belauern.

Pseudo-Team Variante 2
Aber auch das sind Pseudo-Teams: Jeder ist freundlich zueinander, man beschäftigt sich aber am liebsten mit Belanglosigkeiten. Die heißen Kastanien bleiben im Feuer - bis sich Teamführung oder jemand außerhalb des Teams berufen fühlen, sie eigenmächtig aus dem Feuer zu holen. Bedeutet: Die wesentlichen Entscheidungen werden außerhalb der Teamsitzungen getroffen, ohne das Team. Es werden Fakten geschaffen, das Team zunehmend entmündigt. Wer solchen Teamsitzungen beiwohnen muss, wird nicht selten von Langeweile oder Müdigkeit heimgesucht – im besten Fall.

Sollten Sie solche Pseudoteams kennen, egal in welcher Ausprägung, dann wissen Sie: Das macht keinen Spaß!

Oder arbeiten Sie in einem „echten Team“ bzw. führen ein „echtes Team“?
Ein Team mit einer gewinnenden Team-Identität. Mit gegenseitigem Vertrauen und Respekt. Mit dem Fokus auf die gemeinsam zu lösenden Aufgaben. Mit etablierten Regeln für eine reibungslose Zusammenarbeit. In denen jedes Teammitglied mit seinen unterschiedlichen Kompetenzen und seiner individuellen Persönlichkeit akzeptiert ist und unterstützt wird. Ein Team, in dem alle Ressourcen optimal für den gemeinsamen Teamerfolg genutzt werden. 

Der wesentliche Unterschied ist trivial:

Echte Teams sind deutlich erfolgreicher als Pseudo-Teams!

Souveräne Teamführung kann man lernen, denn echte Teams haben in erster Line etwas mit guter Führung zu tun! 

Teamführung geht über die reine Führung in der persönlichen Interaktion mit einem Mitarbeiter hinaus. Die systemischen Effekte und die Gruppendynamik zu steuern ist eine spezielle Herausforderung, die gelernt sein will. Nur durch das Verkünden eines Personenkreises für ein Thema ist noch kein Team entstanden.

Die Teamleitung kann dabei einiges dazu tun, um die Reifung zum echten Team zu
fördern – oder aber zu behindern. Gute Teamführung heißt, das Team dazu zu bringen, einige wichtige Punkte möglichst schnell und erfolgreich zu klären. Dann wird das Team bei jedem Schritt mehr und mehr zum echten Team.

Falls das dem Teamleiter nicht gelingt, ergibt sich meist auch ein Gleichgewicht: das Team bleibt ein Pseudo-Team.

Solche wichtigen, kritischen Punkte sind insbesondere:

  • Aufgabenunklarheit, Unterschiede in Zielverständnissen, mangelnde Erfolgsmaßstäbe oder ungeklärte Erwartungen
  • Über- oder Unterforderung, Unsicherheit, Demotivierung oder Kompetenzdefizite von einzelnen Teammitgliedern
  • Gruppenprobleme wie Spannungen, Rivalität, Akzeptanzprobleme oder fehlender Zusammenhalt

Das erfordert von Ihnen als Teamführung die Arbeit mit und am Team. Also weniger inhaltliche Führung (d.h. „wer, was, wann, wie, warum“) sondern mehr prozessorientierte Führung – Sie unterstützen die Prozesse, die zwischen den Teammitgliedern untereinander ablaufen, ablaufen sollen. Sie nehmen sich in teamrelevanten Punkten inhaltlich so weit wie möglich heraus und bringen z.B. die Teamrunde dazu, eigenverantwortliche Vereinbarungen zu treffen – wie ein Moderator.

Sie landen fast garantiert bei einem Pseudo-Team, wenn Sie sich in ihrem Führungsverhalten zu sehr auf die 1:1-Interaktion mit einzelnen Teammitgliedern konzentrieren. Oder angesichts Konflikten im Team auf starke inhaltliche Führung, enge Vorgaben, vielleicht sogar einen autokratischen oder direktiven Führungsstil ausweichen.

Zumindest aber hilft Ihnen diese Art von Führung nicht dabei, von einem Pseudo-Team aus abgegrenzten Teammitgliedern wieder hin zur Integration in ein echtes Team zu kommen

Gute Teamführung lernen heißt also, grundlegende Mechanismen der Gruppendynamik zu kennen, lernen, zielgerichtet zu moderieren und Gruppen zu eigenverantwortlichem Handeln bringen zu können.

Um hier erfolgreich zu sein, hilft persönliche und soziale Kompetenz sowie wirksame Kommunikation, die manchmal etwas anders verläuft als die „normale“ 1:1-Führungskommunikation. 

Unser Tipp: machen Sie es sich leichter in Ihrer Rolle und bauen Sie Ihre Teamführungs-Kompetenz weiter aus, stärken Sie Ihre Souveränität als Teamleader! Damit Ihre Teams zu echten Teams werden. Mit selbständig arbeitenden, motivierten Teammitgliedern. Die sich nicht durch Konflikte blockieren, sondern auch in kontroversen Situationen lösungsorientiert agieren. Teams, die beste Leistungen bringen.

Wir unterstützen und befähigen Sie gerne, damit Sie als Teamleader mit Ihren Teams eine Gewinnermannschaft werden!

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