31.08.2016

Coachingkompetenzen für Führungskräfte

Erfahrene Führungskräfte, die bereits fachlich gut für Ihre Führungsaufgaben vorbereitet sind, sollten im persönlichkeitsbildenden Bereich aktiv gefordert und vor allem in den Bereichen eigenes Rollenverständnis, Interaktion mit Mitarbeitern und Führungspersönlichkeit kontinuierlich gezielt gefördert werden.

Was haben in diesem Kontext „Coaching-Kompetenzen“ mit „Führung“ zu tun?
Wieder eine neue, vorübergehende Themen-Erscheinung für die Führungskräfteentwicklung,
oder eine sinnvolle, vielleicht sogar notwendige ergänzende Unterstützung?

Mitarbeiterentwicklung ohne Rat/Schläge

Vielleicht hilft es weiter, die Definition von „Coaching“ zu betrachten:
„Coaching ist eine individuelle Unterstützung, in der der Klient angeregt wird, eigene Lösungen zu entwickeln. Der Coach hilft beim Erkennen von Problemursachen und dient zur Identifikation der zum Problem führenden Prozesse. Der Klient lernt im Idealfall, seine Probleme eigenständig zu lösen, sein Verhalten / seine Einstellungen weiterzuentwickeln und effektive Ergebnisse zu erreichen.“

Auf den Business-Kontext „Führen von Mitarbeitern“ übertragen verspricht diese Definition etwas, was Führungskräfte im Allgemeinen anstreben:

Eine Methode, wie Mitarbeiter positiv in Eigeninitiative und selbstmotiviertes Handeln gebracht werden können.

Die meisten Führungskräfte wissen bereits so einiges über Coaching-Kompetenzen. Doch zwischen theoretischem Wissen und kompetenter Umsetzung von Coaching-Elementen liegt nicht selten die Coaching-Schnellschuss-Falle. D. h. der Neuanwender von Coaching-Kompetenzen kann die herausfordernde Dynamik der Coachingmethode in den ersten Anwendungsfällen oft nicht einschätzen. Trotz gelerntem Know-How und Vorbereitung auf die Coaching-Situation passiert dann folgendes in der Praxis:

Der „Coach“ gibt gutgemeinte Ratschläge, nach dem Motto „das kenne ich, da hab ich die Lösung parat“, oder es werden Fakten kurzerhand „angenommen“ und danach erst die Hintergründe erfragt.

Die Reaktion der Mitarbeiter kommt i. d. Regel prompt:

Sie fühlen sich so, als wurde Ihnen nicht zugehört, nicht auf sie eingegangen, also unverstanden, bzw. fühlen sich u. U. sogar abgelehnt.

Ein bestens geeignetes Format zur Entwicklung erfahrener Führungskräfte sind neben 1-1 Coachings auch Modulare Expertenworkshops zum Thema "Coaching-Kompetenzen".

Denn Führungskräfte befinden sich in ihrer Führungspraxis immer wieder in einem klassischen Rollenkonflikt:

  1. Als Führungskraft finden und präsentieren sie in unterschiedlichsten Situationen vor allem eines: Lösungen, klare Anweisungen, delegieren. Das wird von ihnen erwartet, dafür werden sie bezahlt.
  2. In der Mitarbeiterentwicklung hingegen sollten es Führungskräfte vermeiden Ratschläge zu geben oder Lösungen vorzugeben. In dieser Rolle ist unterstützendes Zuhören und Zurückhaltung gefordert, um die Mitarbeiter so zu eigenen Lösungen und Ergebnisse zu führen.

Um als Führungskraft also souverän, elegant und erfolgreich mit diesem Rollenkonflikt umgehen zu können, wird insbesondere an der Rolle der Führungskraft, ihrem Selbstverständnis in ihrer Rolle sowie dem Erlernen und Anwenden von Coaching-Kompetenzen in der Interaktion mit ihren Mitarbeitern gearbeitet.

Die dabei eingesetzten Inhalte, Lernprojekte und Didaktik werden individuell und im jeweiligen persönlichen Kontext arrangiert, immer mit dem Blick auf das Gesamtergebnis und einer Steigerung des Niveaus im Führungsbereich im Unternehmen.

Ein Rahmen, in dem Führungskräfte sich offen mit ganz persönlichen Fragen bezüglich der Umsetzung ganz praktischer, alltäglicher Führungsherausforderungen vertraulich austauschen und voneinander lernen können ist Voraussetzung dafür. Möglich macht dies die Arbeit an konkreten Praxisfällen, in denen die Teilnehmer durch vertraulichen direkten Austausch in die Reflexion und Benchmark mit gleichartigen Führungskräften kommen können.

Wir optimieren die Wirksamkeit des Kompetenzaufbaus durch die parallele Begleitung mit der Transferstärke-Methode®: Dadurch stärken wir gezielt und messbar die individuelle Umsetzungsfähigkeit der Teilnehmer und die erfolgreiche und die dauerhafte Umsetzung der Lerninhalte in die praxis wird damit noch besser erreicht.

Themen eines Expertenworkshops können u. a. sein: Zirkuläres Fragen, Systemische Grundlagen, Methodenkompetenzen: Vom Problem zum Ziel, Vom Kritik- zum Feedback- zum Entwicklungsgespräch, Einschränkende Denkmuster erkennen und hinterfragen, Kreative Lösungen uvm.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Rollenkonflikten in der Führung?
Wir freuen uns über Ihre Meinung und einen Austausch mit Ihnen.


Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen bei Ihren Führungsherausforderungen.

Beste Grüße,
Gabriele & Bernhard Freudenstein

zurück